🔧 Drehmoment am Fahrrad – klein, aber entscheidend
Wer viel am Rennrad schraubt, kennt das Problem: Ziehe ich die Schraube zu fest, kann etwas kaputtgehen. Ziehe ich sie zu locker, kann es gefährlich werden. Genau hier kommt das Drehmoment ins Spiel. Es gibt an, wie fest eine Schraube angezogen werden darf, ohne dass Material leidet oder sich etwas löst.
Am Rennrad arbeiten wir heute fast überall mit Carbon, leichten Aluminiumteilen und filigranen Schrauben. Diese Materialien sind leistungsstark, aber auch empfindlich. Wenn du zum Beispiel den Vorbau, die Sattelstütze oder die Klemmschellen anziehst, können schon ein bis zwei Newtonmeter zu viel reichen, um Risse im Carbon zu verursachen. Das merkst du oft nicht sofort – aber bei der nächsten Ausfahrt kann es gefährlich werden.
Auf der anderen Seite kann zu wenig Drehmoment ebenfalls kritisch sein. Ein zu locker montierter Lenker kann sich bei einer Abfahrt verdrehen, eine lockere Sattelstütze kann absacken und bei Steckachsen oder Bremssätteln kann es sogar sicherheitsrelevant werden. Darum ist es so wichtig, die vom Hersteller angegebenen Werte einzuhalten.
Die Lösung: ein Drehmomentschlüssel. Damit stellst du exakt den vom Hersteller vorgegebenen Wert ein und vermeidest sowohl Über- als auch Unterspannung. Bei den meisten Rennradteilen bewegen wir uns in einem Bereich zwischen 4 und 8 Newtonmetern – gerade so viel, dass alles sicher sitzt, aber nichts beschädigt wird. Hochbelastete Teile wie Kurbelarme, Pedale oder Steckachsen können höhere Werte verlangen, hier lohnt sich ein Blick in die jeweiligen Handbücher.
Mein Tipp: Mach dir die Mühe und arbeite systematisch. Prüfe regelmäßig alle sicherheitsrelevanten Schrauben, besonders nach dem Transport oder nach längeren Touren. So vermeidest du Materialschäden und erhöhst deine Sicherheit. Und denk dran: Bei Carbonteilen ist weniger manchmal mehr – aber eben nur, wenn du weißt, wie viel weniger genau richtig ist.